Donnerstag, 14. August 2025 in Wolfsburg – An diesem heißen Sommerabend verwandelte sich die Piazza der Autostadt in ein Paradies für Popromantiker. Vor die große Bühne und rund herum an Essens- und Getränkestände, strömten die Besucher herbei, um einen Mann live zu erleben, der seit über 30 Jahren Herzklopfen in Melodien verpackt: Ronan Keating. Und der Ire lieferte – charmant, stimmgewaltig und mit genau der Portion Charme und Selbstironie, die ein perfekter Konzertabend braucht.
Ohne große Umschweife ging es los: „Lovin’ Each Day“ eröffnete das Set und ließ die Menge sofort mitwippen. Mit „Breathe“ und einer gefühlvollen Version von Boyzones „Baby Can I Hold You“ machte Keating klar, dass er nicht nur ein Hitlieferant ist, sondern auch ein Meister der sanften Töne. „Words“ (Bee Gees) legte noch eine Schippe Gänsehaut obendrauf – so still war es auf dem Platz, dass man fast das Wasser plätschern hörte.
Für jede Menge Emotionen sorgte der Moment, als Keating einen männlichen Fan aus der ersten Reihe mit seinem (englischen) Schild „Ronan, würdest du mit mir If Tomorrow Never Comes zusammen singen?“ ansprach und dann von der Bühne zu ihm ging. Er gab ihm kurzerhand ein Mikro in die Hand gab: „Can you really sing?“ – Und er konnte. Die Band stimmt den Song spontan an, Keating selbst blieb erst einmal stumm und hörte sich den Wahnsinns-textsicheren-gefühlvollen Gesang des Fans an. Gemeinsam performten beide dann als großartiges Duett den Song und das gab natürlich tosenden Beifall vom Publikum. Der Sänger lud ihn danach direkt ein, er solle sich doch vielleicht im nächsten Jahr gleich einmal bei The Voice bewerben, er sieht da Chancen.
Aber Ronan wäre nicht Ronan, wenn er nicht auch für die Momente sorgen würde, in denen selbst der letzte skeptische Begleiter lächelt. „The Way You Make Me Feel“ groovte locker durch die Sommerluft, „If Tomorrow Never Comes“ ließ die Handylichter aufblitzen, und bei „Father and Son“ konnte man förmlich spüren, wie die Autostadt kollektiv durchschnaufte. Zwischendurch plauderte Keating charmant aus dem Nähkästchen – kleine Geschichten aus seiner Boyzone-Zeit, ein paar Neckereien über deutsche Biergrößen und die Frage, warum eigentlich immer die Iren das Singen übernehmen müssten.
Mit „No Matter What“ und „Love Me for a Reason“ holte er die Boyband-Vergangenheit ins Hier und Jetzt, ohne dass es nach Nostalgie-Mottenkiste roch. Spätestens bei „When You Say Nothing at All“ lagen sich Paare in den Armen, während „Brown Eyed Girl“ die Piazza zur Tanzfläche machte.
Nach 18 Songs schien alles gesagt – bis Ronan mit einem breiten Grinsen zurückkam und „Life Is a Rollercoaster“ anstimmte. Da gab’s kein Halten mehr: Mitsing-Chor, hüpfende Fans und ein Sänger, der sichtlich Spaß daran hatte, noch eine letzte Runde Energie rauszuhauen. Und Keating outete sich auch gleich noch als gooßer Volkswagen-Fan, der er erzählte, dass ein erstes eigenen Auto ein Golf GTI war und er ihn sehr liebte (bevor er dank Showbiz auf Porsche umstieg).
Ronan Keating hat Wolfsburg nicht nur einen unvergesslichen Sommerabend beschert – er hat einmal mehr bewiesen, dass gute Popmusik nicht alt wird, wenn man sie mit Herz, Stimme und einem Augenzwinkern präsentiert. Wer ihn beim Sommerfestival erlebt hat, weiß: Diese musikalische Achterbahnfahrt würde man jederzeit wieder buchen.
Setlist – Ronan Keating in Wolfsburg 2025
1. Lovin‘ Each Day
2. Breathe
3. Baby Can I Hold You (Boyzone song)
4. Words (Bee Gees cover)
5. You Needed Me (Anne Murray cover)
6. The Way You Make Me Feel
7. If Tomorrow Never Comes (Garth Brooks cover)
8. In This Life (Collin Raye cover)
9. Father and Son (Cat Stevens cover)
10. Faith (George Michael cover)
11. No Matter What (Boyzone song)
12. One More Song (Boyzone song)
13. Last Thing on My Mind
14. Love Me for a Reason (The Osmonds cover)
15. When You Say Nothing at All (Keith Whitley cover)
16. When The Going Gets Tough (Billy Ocean cover)
17. Picture of You (Boyzone song)
18. Brown Eyed Girl (Van Morrison cover)
Encore:
19. Life Is a Rollercoaster




































