Als Prince 2010 eine neue Bassistin für seine New Power Generation sucht, entscheidet er sich für die damals international noch weitgehend unbekannte Dänin Ida Nielsen. Damit beginnt eine Karriere, die sie auf die großen Bühnen der Welt führt. Sechs Jahre lang gehört sie zum engsten Kreis des Ausnahmekünstlers, spielt später auch in seinem Trio 3rdeyegirl, wirkt an Studioaufnahmen mit und steht weltweit auf der Bühne. Diese Zeit bildet bis heute das Fundament ihrer Karriere – ohne sie auf die Rolle der ehemaligen Prince-Bassistin zu reduzieren.
Beim Sommerfestival der Autostadt präsentiert sich Nielsen mit ihrer Band The Funkbots als eigenständige Künstlerin. Der Einfluss ihres früheren Mentors bleibt hörbar, doch im Mittelpunkt stehen ihre eigenen Songs und ein Stil, der Funk, Soul, Rock und moderne Pop-Elemente miteinander verbindet.
Schon mit den ersten Stücken wird deutlich, weshalb Nielsen seit Jahren zu den profiliertesten Bassistinnen der internationalen Funk-Szene zählt. Ihr markanter Slap-Stil prägt den Sound ebenso wie ihr präzises Timing und ihr Gespür für eingängige Grooves. Gleichzeitig übernimmt sie den Leadgesang und führt mit sympathischer Lockerheit durch das Programm.
Die fünfköpfige Band präsentiert sich als eingespielte Einheit. Gitarren, Keyboards und Schlagzeug setzen immer wieder eigene Akzente, während ein zusätzlicher Sänger die Arrangements mit harmonischen Background-Vocals ergänzt. Statt langer Instrumentalpassagen lebt das Konzert vom geschlossenen Bandsound, rhythmischer Präzision und einer spürbaren Spielfreude, die sich schnell auf das Publikum überträgt.
Nielsen verzichtet dabei bewusst darauf, ihre Vergangenheit mit Prince in den Vordergrund zu stellen. Zwar schwingt dessen musikalische Handschrift in vielen Grooves mit, doch sie versteht es, diese Einflüsse in ihre eigene musikalische Sprache zu übersetzen. Das macht den Abend zu weit mehr als einer nostalgischen Erinnerung an einen der größten Künstler der Popgeschichte.
Seit 2016 konzentriert sich die Dänin vollständig auf ihre Solokarriere. Mit mehreren Alben, internationalen Tourneen und ihrer Band The Funkbots hat sie sich längst als eigenständige Musikerpersönlichkeit etabliert. Der Auftritt in der Autostadt unterstreicht diesen Anspruch eindrucksvoll. Ida Nielsen überzeugt nicht, weil sie einst mit Prince spielte. Sie überzeugt, weil sie ihren eigenen Platz in der internationalen Funkszene gefunden hat – als Bassistin, Sängerin und Songwriterin mit unverwechselbarer musikalischer Handschrift.