Eigentlich hätte Nena den Abend, regional bedingt, mit „Leuchtturm“ oder „Lass mich dein Pirat sein“ eröffnen können. Aber den 2500 treuen Fans in der Rostocker Stadthalle ist „Wunder gescheh`n“ natürlich auch recht. Zumal es wirklich wunderbar ist, mit welcher scheinbaren Leichtigkeit und junggebliebener Ausstrahlung Nena ihr Publikum begeistert.

Nena fegt über die Bühne, als wären wir auf einer Zeitreise in den 80ern hängengeblieben und so manch ein Fan ist plötzlich gedanklich wieder da, wo er zu einem ihrer Songs das erste Mal getanzt hat. War`s der Studentenkeller, das Mau, der ABC Klub, die Mensa oder vielleicht das Baltic? Nach den Songs gefragt, die in der 60/40 Auswahl (60% DDR/40% Westdeutsch, international) des bekannten Rostocker DJ`s Jan Litschko nicht fehlen durften, nennt er: „Leuchtturm, „Nur geträumt“, Irgendwie, irgendwo, irgendwann“ und natürlich „99 Luftballons“. All das bekommen die Rostocker heute zu hören von einer exzellenten Band, die die Songs wunderbar rockig interpretiert. Aber auch aus dem späteren Schaffen steht einiges auf dem Programm wie „Zurück in die Zukunft“ oder „Weißes Schiff“ und auch dabei ist die Fanbase textsicher. Höhepunkte werden natürlich das leider zeitlosen „99 Luftballons“, das in „Hey Jude“ von den Beatles mündet, „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“ und „Leuchtturm“, das nahtlos zum „Blitzkrieg Bop“ von den Ramones übergeht.

Ein druckvoller, wirklich gelungener Abend, der wohl niemanden im Saal nicht davon überzeugt hat, dass Nena zu recht aus der deutschen Musikgeschichte nicht wegzudenken ist.