Am Samstag, den 23. August 2025, wurde der sonst eher unaufgeregte CongressPark Wolfsburg zur Bühne eines psychoanalytischen Thriller-Abends: Die bekannte Kriminalpsychologin Lydia Benecke elektrisierte mit ihrem Vortrag „Die Kriminalpsychologie des Serienmordes“ einen ganzen Saal voller Krimifans und True-Crime-Liebhaber.
Der Vortrags-Titel versprach eine Reise in die dunkle Psyche, aber Beneckes Art, mit cooler Präzision und einer Prise Humor durch psychologische Abgründe zu führen, machte den Abend zu keinem akademischen Monolog, sondern zu einem spannenden Erlebnis. Ihre Stimme – klar, eindringlich, und manchmal leise ironisch – zog die Zuhörer für mehr als 3 Stunden in ihren Bann und ließ sie kaum wieder los.
Lydia Benecke, bekannt aus verschiedensten True-Crime-Podcasts, TV-Produktionen und Büchern, bot dabei eine seltene Mischung: fundiertes Wissen gepaart mit Popkultur-Verve. Das Publikum war nicht nur dort, um Fakten zu hören, sondern um Emotionen zu spüren, Gänsehaut inklusive. Wie sie anhand konkreter Fallbeispiele den aktuellen aber auch geschichtlichen Forschungsstand zum Thema Serienmord aufschlüsselte, war gleichermaßen lehrreich und nervenaufreibend – keine Tatzeiger, sondern Einblicke in Täterpsychologien, gesellschaftliche Dynamiken und Täter-Opfer-Beziehungen standen im Fokus. Und dennoch war Benecke keine Galionsfigur in Grau: In ihrem gewählten Gothic-Stil mit markant roten Haaren und schwarz-rot geblümten passenden Kleid überzeugte sie uns mit einer Mischung aus Profilerin und Krimiqueen.

Lydia Benecke signierte jede menge Bücher und stand auch bereit für Selfies mit den Besuchern. Hier beglückt sie Zuschauerin Lisa mit einer Buchsignatur. (Foto: Julia Langmaack)
Was den Abend besonders machte: Die Mischung aus Live-Vortrag, Q&A-Geistesblitzen und Beneckes gewohnt ausschweifende, gewitzte Analysen. Sie spielte – nicht nur bildhaft – mit Erwartungen: Man wartete auf billige Effekthascherei, bekam stattdessen ehrliche Tiefe und klare Kante. Die Atmosphäre: konzentriert, voller gespannter Neugier – keine Nebelschwaden, kein Show-Drama. Genau das machte die Spannung echt – wie in einem Crime-Podcast, bei dem man nicht weiterklicken kann, weil man gerade erst wirklich warmgelaufen ist.
An Lydias Seite war auch ihr Lebenspartner Sebastian Burda, freischaffender Künstler für Feuerinstallationen, der vor und hinter den Kulissen organisatorisch und logistisch mit anpackte. Mit seiner Unterstützung wirkte das Team noch eingespielter, was dem Abend eine zusätzliche Professionalität und familiäre Wärme verlieh. Der CongressPark, normalerweise Bühne für Kultur oder Wirtschaft, wurde zur Psycho-Primetime und Lydia Benecke zeigte ganz klar, dass Kriminalpsychologinnen Pop-Status haben können – ohne Lautstärke, dafür mit Echo im Kopf.
Es lohnt sich definitiv, einen Vortrag von Lydia Benecke zu besuchen: Ihre perfekte Mischung aus wissenschaftlich fundierter Kriminalpsychologie und pointiertem Erzähltalent macht jeden Abend zu einem aufblühenden True‑Crime-Event, bei dem man staunend, klüger – und durchaus auch ein bisschen gruselverliebt nach Hause geht.
Lydia benecke – Weitere Termine 2025
Frankfurt am Main, Jahrhunderthalle (Club), 05.09.2025 — Vortrag: Die Psychologie des Bösen,
Marburg, Erwin-Piscator-Haus, 06.09.2025 — Vortrag: Die Kriminalpsychologie des Serienmordes
Frankfurt am Main, Jahrhunderthalle (Club), 07.09.2025 — Vortrag: Die Psychologie des Bösen
Wilhelmshaven, Pumpwerk, 12.09.2025 — Vortrag: Die Kriminalpsychologie des Serienmordes
Celle, CD-Kaserne, 13.09.2025 — Vortrag: Die Kriminalpsychologie des Serienmordes
Limbach‑Oberfrohna, Stadthalle, 19.09.2025 — Vortrag: Die Psychologie des Bösen
Neuruppin, Kulturhaus Stadtgarten, 20.09.2025 — Vortrag: Sadisten: Tödliche Liebe
Schwerin, Club Zenit, 27.09.2025 — Vortrag: Die Psychologie des Bösen, Tickets: verfügbar;
Eschweiler, Talbahnhof, 04.10.2025 — Vortrag: Von Hochstapelei, Betrug und Gaslighting
Plauen, Festhalle, 10.10.2025 — Vortrag: Sadisten: Tödliche Liebe
