Sommerabend, ausverkauftes Haus und beste Stimmung: Mit dem Konzert von MEUTE sind die Jazz Open 2026 im Alten Schloss fulminant gestartet. Während die letzten Sonnenstrahlen die oberen Mauern des Schlosses in warmes Abendrot tauchten, verwandelte sich der Innenhof nach und nach in eine große Tanzfläche. Das Wetter spielte perfekt mit – angenehm warm, aber längst nicht so heiß wie an vielen anderen Festivals in diesem Sommer.

Square City Stompers eröffnen die Jazz Open

Bevor MEUTE die Bühne übernahmen, gehörte der Abend den Square City Stompers. Die fünfköpfige Band hatte sich ihren Platz durch den Gewinn des Nachwuchswettbewerbs playground BW gesichert und durfte damit das Festival im Alten Schloss offiziell eröffnen.

Mit einer Mischung aus bekannten Songs, eigenen Stücken und kreativen Neuinterpretationen brachte die Band das Publikum schnell in Bewegung. Geklatscht, geschnippt und getanzt wurde schon lange vor dem Hauptact. Ein ausgedehntes Schlagzeugsolo setzte zusätzlich ein Ausrufezeichen und machte Lust auf den weiteren Abend.

Bereits vor Festivalbeginn sorgten zwei Brände im Bereich des Stuttgarter Hauptbahnhofs für Einschränkungen bei der Anreise. Viele Besucher mussten mehr Zeit einplanen oder auf alternative Verbindungen ausweichen. Zusätzliche Stadtbahn-Angebote halfen dabei, die Lage etwas zu entspannen. Wer schließlich auf dem Festivalgelände ankam, merkte allerdings schnell: Die größte Herausforderung des Tages wartete nicht auf den Schienen, sondern kam direkt vom Himmel.

Meute brauchen keine großen Ansagen

Für MEUTE war es bereits der dritte Auftritt bei den Jazz Open seit 2024 – und trotzdem fühlte sich der Abend kein bisschen nach Routine an. Viel mehr als eine kurze Begrüßung brauchte die Hamburger Techno Marching Band nicht. Statt langer Ansagen oder Geschichten zwischen den Songs ließ sie ausschließlich die Musik sprechen.

Was auf der Bühne passierte, übertrug sich unmittelbar auf das Publikum. Mal genügte ein Blick, mal eine Geste oder ein gemeinsamer Rhythmus – und schon wurde geklatscht, getanzt oder mitgesprungen. Selbst Momente wie das gemeinsame In-die-Hocke-Gehen funktionierten wortlos. Die Band steuerte die Stimmung nicht mit Ansagen, sondern mit Bläsern, Schlagwerk und ihrer Performance. Genau das machte den Auftritt so besonders: Die Kommunikation lief mit Ausnahme der Begrüßung ausschließlich über Musik, Energie und Körpersprache.

Zum Abschluss verschwand MEUTE nicht einfach hinter der Bühne. Stattdessen spielten die Musiker ihren letzten Song mitten in der Menge. Plötzlich standen Band und Publikum Seite an Seite im Schlosshof – ein Finale, das für viele Besucher zu den unvergesslichen Momenten des ersten großen Festivalabends der Jazz Open 2026 gehören dürfte.