Am Freitag, den 5. September 2025, verwandelte Post Malone die Heinz-von-Heiden-Arena in Hannover in einen dampfenden Kessel aus Emotionen, Rockstar-Aura und überraschender Country-Intimität inklusive Chor aus 38.000 Stimmen. Im Rahmen seiner „Big Ass Stadium Tour“ präsentierte er sich bei sommerlichen Temperaturen nicht nur als globaler Superstar, sondern als Künstler, der mit unnachahmlicher Offenheit jede Konzertbühne im Nu zu seinem Wohnzimmer macht.
Jelly Roll
Jelly Roll zündete vorab als Support von Posty noch ein musikalisches Feuerwerk, das keine Sekunde langweilig war – stattdessen fühlte es sich an wie ein warmes Lagerfeuer im Stadion. Mit einer Prise Southern‑Charme, Rap‑Attitüde und unverblümter Emotionalität brachte Jelly Roll genau die Würze mit, die man als Opener braucht: großes Kino mit ehrlichem Kern.
Seine Präsenz war ein Balanceakt zwischen purer Power und verletzlicher Nähe. Authentizität zum Anfassen, ohne Filter. Dabei setzte Jelly Roll auf eine Mischung aus eigenen Songs und Covern – von Nickelback über „Sweet Home Alabama“ bis hin zu Aviciis „Wake Me Up“ –, was dem Set zusätzliche Dynamik verlieh und das Publikum sofort abholte. Ein Auftritt, roh, berührend und absolut sehenswert – das beschreibt Jelly Rolls Live-Magie auf den Punkt.
Post Malone
Vom ersten Schritt auf die Bühne war klar, warum dieser Mann die Streaming- und Radio-Charts seit Jahren im Schwitzkasten hat: Er schrieb Hooks, die auf TikTok in 15 Sekunden zündeten – und hielt sie live über drei Minuten mit echter Stimme, rauem Timbre und null Allüren. Statt Superstar-Distanz gab’s viel Blickkontakt, kleine Witze zwischen den Songs und das ehrliche „Danke, dass ihr da seid“, das bei ihm nicht nach Floskel klang.
Musikalisch spannte er den Bogen, der Posty ausmacht: Trap-Wurzeln, Pop-Singalongs, Country-Flavor – alles in einer Setdramaturgie, die nicht nur bretterte, sondern atmen durfte. Plötzlich standen melancholische Lagerfeuer-Momente mit brennenden Ölfässern neben Stadion-Bouncern; die Übergänge waren klug gedacht, nie Playlist-zufällig. Seine Band spielte locker auf, die Drums saßen wie ein Metronom mit Attitüde, Gitarren sorgten für die nötige Körnung – und ja, der Bass wummerte so, wie es sich für einen Abend auf dieser Bühne gehört.
Die Produktion blieb pompös, ohne in Kirmes zu kippen: LED-Panoramen, die zwischen Urban Glow und Western-Weite schalteten. Dazu kam reichlich Pyro – aber nie übertrieben, sondern punktgenau eingesetzt. Kein Dauerfeuer, sondern gezielte Akzente, die die Songs unterstrichen und für Gänsehaut sorgten. Entscheidender als jeder Effekt war aber, wie sehr sich Post Malone ins eigene Material warf: Refrains wurden nicht an das Publikum gegeben, sie wurden vom Publikum zurückgerissen – typisch für einen Künstler, der seine größten Hits mit dem Publikum teilt, statt sie darüber auszukippen.
Diese seltene Mischung aus Superstardom und Kumpel von nebenan macht Posty einfach aus. Er performte mit dem Körper (immer leicht nach vorn, als würde er in den Song hineinspringen), mit dem Gesicht (Grinsen, das auch in der letzten Reihe ankommt) und mit einer Verletzlichkeit, die man in Stadien nicht jeden Tag spürt. Wenn er die Stimme aufbricht, ist das kein Makel, sondern das Gütesiegel „nicht aus der Konserve“.
Social-Media-Momente gab’s en masse – nicht erzwungen, sondern organisch: kurze, charmante Ansagen, ein paar selbstironische Gesten (der Mann weiß, wie sein Meme-Ich im Netz lebt) und diese Art, die Kamera-Phones zu ignorieren und doch jeden Clip „for the feed“ performancetauglich zu machen. Besonders unvergesslich: Als Posty spontan einen Zuschauer namens Perik aus dem Publikum auswählte, um gemeinsam ein Akustik-Set an der Gitarre zu spielen – ein intimer Moment mitten in der Stadiongröße, der sofort zu einem Highlight des Abends wurde. In Zeiten, in denen viele Stadion-Shows wie gigantische Produktpräsentationen wirken, fühlte sich das hier wie ein Fest für Songs, Menschen und Mitgrölen an.
Wer zu dieser Show kam, weil er die Radio-Ohrwürmer kannte, ging mit dem Gefühl, einen Künstler gesehen zu haben, der längst nicht nur Hits liefert, sondern Erinnerungen kuratiert. Ein souveränes, herzerwärmendes Stadion-Statement mit echtem Live-Gefühl. Post Malone zeigte in Hannover, warum er nicht nur die For-You-Page, sondern auch echte Bühnen berreichert: mit Humor, Handschlag-Mentalität und einer Hook-Dichte, die jedem Algorithmus die Tränen in die Augen treibt. Für uns kam die Erkenntnis, dass Größe dann am besten funktioniert, wenn sie nahbar bleibt.
Setlist – Post Malone in Hannover 2025
1. Texas Tea
2. Wow.
3. Better Now
4. Wrong Ones
5. Go Flex
6. Broken Whiskey Glass
7. Hollywood’s Bleeding
8. I Fall Apart
9. Losers (mit Jelly Roll)
10. Goodbyes
11. What Don’t Belong to Me
12. I Ain’t Comin‘ Back (Morgan Wallen cover)
13. Feeling Whitney
14. Stay (Mit Fan Erik an der Gitarre)
15. California Sober
16. Circles
17. White Iverson
18. Psycho
19. Candy Paint
20. Finer Things
21. Pour Me a Drink
22. Dead at the Honky Tonk
23. rockstar
24. I Had Some Help
25. Sunflowers
26. Congratulations
































































