Als Gregor Meyle Ende 2007 bei Stefan Raabs Castingformat „SSDSDSSWEMUGABRTLAD“ den zweiten Platz belegt, beginnt für den Singer-Songwriter eine bemerkenswerte Karriere. Während viele Teilnehmer mit bekannten Songs überzeugen wollen, setzt Meyle von Beginn an auf eigenes Material. Spätestens seit der ersten Staffel von „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ im Jahr 2014 gehört er zu den festen Größen der deutschen Singer-Songwriter-Szene. Seine Stärke sind dabei weniger große Inszenierungen als ehrliche Texte, handgemachte Musik und die Nähe zu seinem Publikum.
Genau diese Qualitäten prägen auch seinen Auftritt beim Sommerfestival der Autostadt. An einem lauen Sommerabend auf der Lagunenbühne präsentiert sich Meyle als sympathischer Gastgeber, der seine Zuhörer von der ersten Minute an mitnimmt. Zwischen persönlichen Geschichten, humorvollen Anekdoten und seinen Songs entsteht eine Atmosphäre, die eher an ein gemeinsames Musikerlebnis als an ein klassisches Open-Air-Konzert erinnert.
Unterstützt wird Meyle von einer hochkarätig besetzten neunköpfigen Band, die er augenzwinkernd als seine „Angeberband“ vorstellt. Tatsächlich versammeln sich hier Musiker, die unter anderem mit BAP oder aus dem Umfeld von „Sing meinen Song“ bekannt sind. Gemeinsam entwickeln sie einen warmen, organischen Sound, der von Akustikgitarren, Bläsern, Keyboards und mehrstimmigem Gesang geprägt wird. Jeder Musiker erhält Raum, eigene Akzente zu setzen, ohne dass der Blick auf den Sänger verloren geht.
Meyles Musik lebt von ihrer Authentizität. Seine Songs erzählen Geschichten aus dem Alltag, von Beziehungen, Freundschaft und den kleinen Momenten des Lebens. Gerade diese Bodenständigkeit macht den Reiz des Abends aus. Auf große Showeffekte verzichtet der 47-Jährige bewusst. Stattdessen stehen Spielfreude, musikalische Qualität und die unmittelbare Kommunikation mit dem Publikum im Mittelpunkt.
Auch nach dem regulären Konzertende ist noch nicht Schluss. Zwei Zugaben unterstreichen zunächst die ausgelassene Stimmung, bevor Gregor Meyle und Teile seiner Band für einen ungewöhnlichen Abschluss sorgen. Mit einigen Instrumenten verlassen sie die Bühne, mischen sich mitten unter die Besucher und spielen einen letzten Song vollkommen unverstärkt. Lediglich unter einer Bitte: Die Mobiltelefone bleiben in den Taschen. Für einen Moment rückt das gemeinsame Musikerlebnis wieder in den Mittelpunkt – ohne Displays, ohne Ablenkung, nur getragen von Stimmen, Instrumenten und der besonderen Atmosphäre dieses Sommerabends. Ein ungewöhnlicher und zugleich beeindruckender Schlusspunkt, der vielen Besuchern noch lange in Erinnerung bleiben dürfte.