Freya Ridings verzaubert Hamburg mit ihrer einzigartigen Stimme


Freya Ridings Hamburg 2020
Am Montag, den 10. Februar 2020 gab Freya Ridings in Hamburg ein Konzert. (Bild: stagr / Peter Detje)

Nicht mal ein Jahr ist vergangen, seit Freya Ridings zuletzt in Hamburg zu Gast war. Im März 2019 spielte die britische Musikerin ein ausverkauftes Konzert im Mojo. Damals noch ohne ihr erstes, selbstbetiteltes Studioalbum, welche im Juli letzten Jahres via Good Soldier Records erschien. Vor der Veröffentlichung der Debütplatte machte die Britin mit ihren beiden Live-Alben „Live at St. Pancras Old Church“ und „Live at Omeara“ auf sich aufmerksam und bewies ihr besonderes
Stimmtalent. Zudem spielt die 25-jährige Klavier und Gitarre, lässt sich auf Tour zusätzlich von einer Band unterstützen. 10 von 12 Songs des Debütalbums schafften es an diesem Abend auf die Setlist der Sängerin. Neben den Stücken des Albums coverte Freya Ridings in unnachahmlicher Manier den Yeah Yeah Yeahs-Song „Maps“ und spielte ihre Single „Waking Up“ aus dem Jahr 2018.

Jack Cullen, der Support-Act an diesem Abend, betrat pünktlich um 20:00 Uhr die Bühne. Die Große Freiheit 36 war bereits gut gefüllt, denn es gab zuvor keine Ankündigung, dass es an diesem Abend überhaupt einen Support-Act geben wird. Jack Cullen überraschte die Zuschauer vor der Bühne. Charismatisch, zurückhaltend und dankbar zeigte sich der junge Sänger. Seine raue Stimme setzte er gekonnt ein und untermalte sie mit sanften Gitarrenklängen. Nach ca. 30 Minuten war Schluss und das Publikum bedankte sich mit einem anerkennenden Applaus.

Eine weitere halbe Stunde verstrich bis Freya Ridings mit ihrer Band die Bühne betrat. Ein großer Flügel stand in der Bühnenmitte, die Band im Halbkreis dahinter. Die Decke war gesäumt von großen Lampenschirmen, die eine Wohnzimmeratmosphäre auf die Bühne zauberten. Ridings begann ihr Set mit „Love is Fire“. Einer von den Songs bei dem die Band voll zur Geltung kommt. Doch auch bei diesen Songs wie „Love is Fire“, „Castles“ oder „Waking Up“ steht immer die einzigartige Stimme von Freya Ridings im Vordergrund. Im Publikum hörte man Vergleiche zu Adele oder Florence & the Machine. Ridings glänzt besonders bei den Stücken, bei denen sich die Band größtenteils zurückhält. Viele dieser Songs sind, so die Aussage der Sängerin, in ihrer Wohnung entstanden. Ohne Songwriter oder eine Crew, sondern ganz für sich schrieb und schreibt Ridings ihre Songs. In den emotionalen Stücken verarbeitet die Sängerin größtenteils negative Erfahrungen. So wird auch der Song „Elephant“ angekündigt. Der Sängerin stehen dabei Tränen in den Augen. Ridings öffnet sich in ihren Songs, aber auch in ihren Ansprachen gegenüber dem Publikum. Leider ist das Hamburger Publikum an diesem Abend zumindest teilweise nicht bereit auch sich zu öffnen und der Sängerin die Anerkennung und den Respekt entgegen zu bringen, der angebracht gewesen wäre. Denn es wird zumindest am Rand des Publikums teils hemmungslos, ununterbrochen und laut gequatscht, gelacht und geredet. Das störte unheimlich, insbesondere in den ruhigen Momenten, in denen die Band die Sängerin mit ihrem Klavier und ihrer Stimme alleine ließ.

Freya Ridings ließ sich davon aber nicht verunsichern, wenn sie es überhaupt mitbekommen hat. Nach den ersten 5 Songs wechselt sie bei „Unconditional“ spielerisch vom Klavier an die Akustikgitarre und danach wieder zurück. Es folgt das Yeah Yeah Yeahs Cover „Maps“, dass der Sängerin wie auf den Leib geschneidert scheint. Das düster wirkende „Waking Up“ und das hochemotionale „Ultraviolet“ bilden den vorläufigen Abschluss des Konzerts. Doch Ridings ließ es sich natürlich nicht nehmen die Bühne in ihrem funkelnden Kleid für eine Zugabe zu betreten. Das emotionale „Lost Without You“ und die Mitmach-Nummer „Holy Water“ bildeten den Abschluss eines großartigen und kurzweiligen Konzerts, das leider durch einige „Fans“ gestört wurde. Am Ende lagen der Sängerin aber 99 % des Publikums zu Füßen und verabschiedeten sie mit einem tosenden Beifall von der Bühne des legendären Clubs in der Großen Freiheit.

Setlist – Freya Ridings in Hamburg 2020

1.Love Is Fire
2. You Mean the World to Me
3. Elephant
4. Poison
5. Castles
6. Unconditional
7. Wishbone
8. Maps
9. Waking Up
10. Ultraviolet

Encore:
11. Lost Without You
12. Holy Water