Ho-wer? Mit dieser Frage sehen sich nicht nur die Fans des japanischen Ausnahmekünstlers konfrontiert, sondern auch er selbst sobald er seine Heimat verlässt. 35 Jahre Bühnenjubiläum darf er inzwischen feiern, zuhause füllt er locker flockig den weltberühmten Nippon Budokan in Tokyo. 1996 supportete er dort auch keinen Geringeren als David Bowie. Mit „Strangers“ wagte er den Sprung auf den weltweiten Markt. Eine Tour darf dazu natürlich nicht fehlen. In Köln steht dabei der Club Bahnhof Ehrenfeld auf dem Terminplan, der locker aber gut gefüllt ist. Das Publikum ist überwiegend japanisch – die allerdings alle hier beheimatet sind und sich freuen, die Legende einmal quasi vor der Haustür zu erleben.

Doch von Starallüren ist nichts zu spüren. Ganz bodenständig läuft er mitten durch die Menge zur Bühne und von höflicher Zurückhaltung spürt man auch im Publikum nichts. Die Mädels kreischen fleißig, es wird getanzt, mitgeklatscht und zufrieden der Abend genossen. Zuletzt war Hotei 1999 zu Gast in der Domstadt, wie er im Verlauf verrät und tatsächlich finden sich auch Wiederholungstäter im Publikum, die schon diese Show erleben durften.

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Ohne Support und große Worte lässt Hotei seine Musik sprechen und rockt durch sein Programm. Die Geschwindigkeit, mit der er spielt, ist atemberaubend. Die Töne, die er seinen Gitarren entlocken kann, lassen immer wieder staunen. Er ist dabei nicht der stärkste Sänger, doch macht überhaupt nichts und die Instrumentals überwiegen sowieso. Wohl bekanntester Song der Setlist ist das Kill Bill Theme „ Battle Without Honor Or Humanity“, zu dem er witzelt dass er immer wieder Komplimente für sein großartiges Cover bekäme, weil die Menschen nicht wissen, dass der Song von ihm stammt.

Langer Reden bedarf es schlicht auch nicht. Er nimmt sich zwar Zeit für kleine Anekdoten, die längste Zeit ohne Musik nutzt er allerdings um seine Band vorzustellen. Und die hat es ähnlich in sich wie Hotei selbst. Am Schlagzeug sitzt der ehemalige Bowie Schlagzeuger Zac, am Bass Noko der Gitarrist von Apollo 440 und auch Keyboarder Shinya ist diesen Weltklassemusikern nicht im Geringsten unterlegen.

Gut zwei Stunden dauert das musikalische Feuerwerk, das er in den Zugaben mit einem Cover von „Born to be Wild“ kürt. Eine grandiose Show eines Ausnahmekünstlers und das in intimster Atmosphäre. Danke Hotei!