Auch am letzten Festivaltag sollte man noch einmal den wilden Herzschlag des Hip-Hop hören. Auch im Publikum ging es deutlich entspannter zu, als die Tage zuvor. Das Rolling Loud Festival bot aber nicht einfach nur Musik. Es gab auch jede Menge Leckereien für die Geschmacksknospen. Man konnte sich nach Herzenslust durch die verschiedenen Food Trucks schlemmen und kulinarische Köstlichkeiten aus aller Welt probieren. Die Kreativität kam auch nicht zu kurz. Verstreut gab es coole Graffiti-Wände und Installationen, die einen zum Staunen brachten, Besucher konnten durch die Pop-up-Shops stöbern und sich mit einzigartigen Streetwear-Klamotten eindecken. Und so endete das allererste Rolling Loud Festival in München. Vielleicht mit gemischten Gefühlen in Bezug auf den Ärger der ersten beiden Tage, dafür aber mit dem Echo genialer Sounds in den Ohren. Das dreitägige Festivalleben war ein wilder Ritt auf den Beats des Rolling Loud.
Lancey FoUx, Latto, Gucci Mane und Ski Mask the Slump God
Am dritten Festivaltag traten jede Menge aufstrebende internationale Stars wie der Britten-Rapper Lancey Foux sowie US-Sensationen wie Gucci Mane aka Radric Davis aus Alabama, dazu auch eine weibliche US-Vertreterin – Alyssa Michelle Stephens unter dem Namen Latto und natürlich Rolling Loud-Veteran und Südflorida-Phänomen Ski Mask the Slump God. Lance O. Omal besser bekannt als Lancey Foux eröffnete für unseren Tag das Programm. Der Engländer ist ein Querdenker, der keine Angst hat, Konventionen zu brechen. Sein Auftritt war energetisch und er selbst bühnenpräsent, und dabei verband er seine Musik mit seinem Geschmack für Mode und Kunst zu einer tollen Gesamterfahrung. Seine gern mal kryptischen Texte ließen Raum für Interpretationen, aber Lancey Foux zeigte sich auch als Meister, metaphorische Bilder zu erschaffen, die tief in den Hörer eindrangen und zum Nachdenken anregten. Seine nonchalante Coolness und der unnachahmliche Flow waren ein absolutes Highlight am frühen Nachmittag. Als nächstes folgte US-Rapperin Latto – ein aufstrebender Stern am Himmel des Hip-Hop. Mit ihrer unverblümten und selbstbewussten Attitüde eroberte sie die Loud Stage binnen weniger Minuten und natürlich auch die Herzen der Fans im Sturm. Ihre Lyrics waren ein ehrliches Spiegelbild ihrer Erfahrungen und Kämpfe und sie scheute sich nicht davor, auch kontroverse Themen anzusprechen. Mit energiegeladenen Beats und ihrem unverkennbaren Flow zog Latto ihr Publikum in den Bann. Ihre Stimme war kraftvoll und klar, und sie rappte mit einer Leidenschaft, die man richtig spüren konnte. Ihre Songs waren ein Mix aus tiefgründigen Geschichten, selbstbewussten Ansagen und catchy Hooks, die im Ohr blieben. Wer danach die Bühne enterte, war kein geringer als Trap-Gott Gucci Mane. Dieser Rapper mit der markanten Stimme und dem unverwechselbaren Delivery-Stil gilt nicht umsonst eine Ikone des Genres. Von seinem frühen Werdegang als aufstrebender Rapper bis hin zu seinem Kampf gegen Sucht und der anschließenden persönlichen Wandlung, hatte er sich zu einer inspirierenden Figur entwickelt. In seiner ausgewählten Setlist spiegelte er diese Entwicklung wider und zeigte vor allem live eine beeindruckende Kombination aus Authentizität und künstlerischem Wachstum. Textlich gab es die typisch rohen Lyrics, dafür aber direkt erzählte Geschichten aus dem Leben auf der Straße. Gucci Mane sprudelte vor Energie und Glaubwürdigkeit und war damit ein wahres Vorbild für diejenigen, die aus schwierigen Umständen herauswachsen und ihre Träume verwirklichen wollen. Es folgt eeine weitere, unverwechselbare Stimme und Persönlichkeit: Ski Mask the Slump God – im Rap-Game derzeit mega gefragt. Seine Lyrics waren geprägt von Wortspielen und cleveren Reimen, die zeigten, dass er ein wahrer Wortakrobat ist. Seine Songs umfassten einen wilden Mix aus Trap, Punk und experimentellen Klängen, die seine kreative Vielseitigkeit unterstrichen. Ski Mask the Slump God versammelte eine riesige Fangemeinde vor der xxx Stage, die seine Energie und seinen unverwechselbaren Stil gebührend feierten.
Rae Sremmurd, Destroy Lonely und Travis Scott
Zeit für Rae Sremmurd, das dynamische Brüderduo aus Mississippi, dass die Rap-Szene mit ihrer einzigartigen Energie und ihrem charismatischen Auftreten im Sturm eroberte. Mit ihrem Sound, geprägt von melodischen Hooks, tanzbaren Beats und eingängigen Lyrics, schafften sie es spielend, die Masse vor der Loud Stage in Wallung zu bringen. Mit ihren Hits wie „Black Beatles“ und „No Type“ bewiesen Rae Sremmurd, dass sie eine Hitmaschine sind. Sie lieferten einen energiegeladenen, perfekten Mix aus Party-Anthems und eingängigen Ohrwürmern, die sich in die Köpfe der Hörer einbrannten. Hier wurde das Leben und positive Vibes gefeiert. Noch einmal gute Laune auf die Ohren und zwar von Destroy Lonely, der mit seiner eindringlichen Stimme und seinen tiefgründigen Texten die Rap-Szene aufmischt. Seine Lyrics präsentierte er als eine Mischung aus persönlichen Erfahrungen, sozialen Kommentaren und tiefen Emotionen, die direkt ins Herz gingen. Destroy Lonelys Flow war dabei aber gleichzeitig kraftvoll und einfühlsam, und er verlieh seinen Songs eine aufrichtige Intensität. Dass seine Musik ein Ventil ist, um mit inneren Dämonen und Unsicherheiten umzugehen und sie zu überwinden, wurde deutlich durch seinen energiegeladenen Bühnenauftritt. Themen wie mentale Gesundheit, persönliches Wachstum und die Suche nach Identität standen textlich im Vordergrund und ermutigte seine Zuschauer, ihre eigenen Kämpfe anzunehmen. Den würdigen Abschluss des ersten Rolling Loud Festivals in Deutschland bildete ein unvergessliches Set von US-Rapgröße Travis Scott – wenn auch mit etwas Verspätung, da der Künstler aus England nicht früh genug abfliegen konnte. Bei seinem Auftritt gab er dann aber seine wutentbrannten Hits zum Besten und einen Vorgeschmack auf die neue Musik seines mit Spannung erwarteten Albums „UTOPIA“ gab. Der Visionär in der Welt des Rap lieferte eine hypnotisierende Stimmung, die die seine Fans in eine andere Welt entführte – und dies durch seine dunkle, atmosphärischen Ästhetik und seinen markanten Autotune-Gesang. Textlich ware die Setlist geprägt von persönlichen Erfahrungen, surrealen Bildern und introspektiven Reflexionen. Travis Scott schaffte es, tief in die Psyche der Zuschauer einzudringen und ihnen allen universelle Themen wie Liebe, Verlust und Identität auf eine einzigartige Weise zu vermitteln. Mit aufwändigem Bühnendesign, pyrotechnischen Effekten und energetischen Choreografien zog er zum Finale des Festivals nochmal das Publikum in seinen Bann und schaffte viele unvergessliche Momente.
















































































