Durch das internationale Line-up kamen höhere Preise für das „Rolling Loud Germany 2023“ zum Tragen, um die 250 Euro kostete ein Ticket für das Wochenende, zwischen 90 und 110 Euro kostete ein Tagesticket. Die Sicherheitsbestimmungen des Festivals waren strenger, aber wie derzeit bei fast allen Veranstaltungen üblich, nur kleinere Taschen oder faltbare, leere Trinkflaschen durften von den Besuchern auf das Gelände mitgenommen werden. Trotzdem zündeten sowohl am Freitag als auch am Samstag zündeten Festivalbesucher während der Konzerte mehrfach im Publikum Bengalos. Ufo361, der am Freitagabend im Vorfeld auf der kleineren Zweitbühne für den riesigen Besucherandrang gesorgt hatte und darum nicht auftreten konnte, durfte seinen Auftritt am Samstag nachholen.
Glorilla, Coochise, $Not und Xavier Wulf
Glorilla, die selbstbewusste Rapperin mit dem unverwechselbaren Flow, eroberte nicht nur die Hip-Hop-Szene im Sturm sondern auch ihre Fans vor der Loud Stage. Ihre Setlist lieferte einen wilden Mix aus gesellschaftlicher Kritik und persönlicher Erfahrung, verpackt in knallharte Rhymes und ehrlicher Attitüde. Mit ihrer einzigartigen Stimme und ihrem unkonventionellen Style ließ Glorilla die Bühne erbeben. Tabus zu brechen und ihre Meinung lautstark vertreten? Genau das, was Glorilla mit Leidenschaft vertrat. Mit der Straßenkultur im Blut ließ sie sich von niemandem vorschreiben, wie sie zu sein hat. Und das zeigte sie auch in ihrer eindrucksvollen Bühnenpräsenz und bewies, dass sie mehr ist als nur eine Rapperin ist – sie ist eine Ikone. Wer hier schon ins Schwitzen kam, ob durch die heißen Temperaturen oder den energetischen Auftritt von Glorilla, der konnte im Anschluss bei Coochise gleich weiter ölen. Der der aufstrebende Rapper mit unbändiger Energie lieferte mit seinem Sound sowie dem unverkennbaren Style und der charismatischen Ausstrahlung einen regelrechten Ritt durch den Geist der Straßen, voller Leidenschaft und Authentizität. Coochise brachte eine richtig frische Brise in die Rapmusik des Tages mit seinem Mix aus verschiedenen Genres, der Hip-Hop mit Einflüssen aus Rock, Pop und elektronischer Musik verband. Der Musiker fand klare Worte und gab damit denjenigen eine Stimme, die oft überhört werden. Rebellisch ging es weiter auf der Snipes Stage mit $Not, ein Rapper mit einzigartigem Stil und seiner unverwechselbarer Stimme der als Poet der Dunkelheit in seinen Songs von Schmerz, Verlust und dem inneren Kampf erzählte. Mit roher Ehrlichkeit und lyrischem Geschick drückte $Not all die Emotionen aus, die wohl viele Menschen tief in sich tragen. Wer sich in der Welt von Unsicherheit und Verzweiflung verloren fühlt, findet sich hier wieder. Verschiedene Musikstilen mischte $Not zusammen und schaffte so eine ganz eigene Soundlandschaft mit düsteren Beats und introspektiven Texte, die keinen Zuschauer unberührt ließen. Xavier Wulf und Eddy Baker, das dynamische Duo der Rap-Szene, brachten mit ihrer einzigartigen Kollaboration frischen Wind auf die Snipes Stage. Man fühlte sich wie bei einem wilden Ritt durch düstere Straßen, voller Energie und roher Kreativität. Mit ihrem markanten Flow und ihrer unverwechselbaren Präsenz zogen Xavier Wulf und Eddy Baker das Publikum in ihren Bann und brachten den den Geist der Underground-Kultur auf die Bühne. Ihre Musik glich einer Kombination aus düsteren Beats und ehrlichen Texten, die die Zuhörer in eine andere Welt entführten.
Lil Tjay, Lil Uzi Vert und J.I.D.
Weiter ging es mit einem weitere aufstrebendem Hip-Hop-Stern der mit emotionalem und eingängigem Sound das Festivalgelände erfüllte. Lil Tjay berichtete als talentierter Geschichtenerzähler von den Kämpfen und Erfahrungen des Lebens, gepaart mit einer Musik-Mischung aus Rap und R&B, die die perfekte Balance zwischen eingängigen Hooks und tiefgründigen Texten fand. In eine Schublade stecken könnte man den Musiker nicht, er ist ein Künstler, der sich traut, neue Wege zu gehen und verschiedene Stile zu vereinen. Sein einzigartiger Sound und sein authentisches Auftreten brachten ihm eine loyale Fangemeinde ein, die sich auch beim Rolling Loud im Field vereinte um mit dem Rapper ausgelassen abzufeiern. Mit dem Visonär und US-Rapper Lil Uzi Vert ging es auf der Loud Stage weiter. Seine unwiderstehlichen Energie entfesselte sich direkt und er schickte die Besucher auf einen psychedelischen Trip durch eine futuristische Klanglandschaft, voller Verspieltheit und kreativem Genie. Lil Uzi Vert sprengte mit seiner Setlist die traditionellen Genregrenzen und schaffte eine ganz eigene Ästhetik. Seine Songs wie „Suicide Doors“ oder „Just Wanna Rock“ waren eine Mischung aus Rap, Rock und elektronischen Elementen, die die Zuhörer in eine andere Dimension entführten. Lil Uzi Vert zeigte, dass er ein Symbol für die Jugend und die Freiheit der Selbstentfaltung ist. Er lebt den Hip-Hop-Lifestyle in seiner authentischsten Form und inspiriert seine Fans, ihren eigenen Weg zu gehen. Zu guter letzt begeisterte uns Rapper J.I.D., dessen kometenhafter Aufstieg ihm wohl auch den Slot im aktuellen RL-Line-up bescherte. Warum? Weil der Musiker ein explosives Talent mit Lyrics paarte, die sind wie ein intellektuelles Feuerwerk waren, voller Wortspiel und tiefgründiger Poesie. Der kreativer Mix aus Rap und Jazz spiegelte seine vielseitigen Einflüsse wider. Mit jedem neuen Track, den J.I.D. veröffentlicht, steigt seine Bekanntheit und sein Einfluss auf die Rapkultur. Seine Musik spricht eine Generation an, die nach Tiefe und Substanz sucht. Leider konnten wir zum Finale Kendrick Lamar als Tages-Headliner für den Samstag nicht fotografieren, da es strenge Management-Restriktionen gab. Schade.






































































