WIRTZ

Vor einem Jahrzehnt trifft Daniel Wirtz, bis dahin vielbeachteter Frontmann der auch international erfolgreichen deutschen Band Sub7even, eine folgenschwere Entscheidung. Statt weiter eher konventionellen, angloamerikanischen Rock zu adaptieren, setzt er ganz auf die Kraft der deutschen Sprache und eine kompromisslose künstlerische Authentizität. Zehn Jahre, fünf Studioalben, Hunderte von Konzerten und Zehntausende Konzerttickets später zählt Wirtz zu den profilschärfsten deutschen Künstlern zwischen Rock, Indie und Singer-/Songwriter. Im Frühjahr ist sein Best Of Album erschienen, später im in diesem wird die neue Studio-CD veröffentlicht. Der selbstbewusste 41-jährige weiß seine pointiert formulierten Gedanken perfekt auszudrücken und das kommt beim Publikum gut an. In seinen Songs steckt viel Energie und Glaubwürdigkeit.

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DAT ADAM

Schonmal was von Cyber-Rap gehört? Diese Mischung aus futuristischen Beats, Auto-Tune-verstärktem Sprechgesang und Einflüssen der unterschiedlichsten Genres sind das Markenzeichen von Dat Adam. Dahinter verbirgt sich das Trio aus den beiden ehemaligen YouTubern Taddl und Ardy sowie dem Musikproduzenten Mary. Vorallem Taddl und Ardy nutzten die Videoplattform oft als kreatives Outlet für eine ganz andere produktive Phase in ihrem Leben und verfügen dadurch über beeindruckende Online-Reichweiten. Aber auch für ihre Rock am Ring-Liveshow können Dat Adam mit einer großen Fangemeinde aufwarten. Mit ihrem Debütalbum „HYDRA 3D“ sind die drei Jungs auf erster Festival- und Konzerttournee. Erarbeitet haben sie sich das alles in Eigenregie. Hut ab.

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187 STRASSENBANDE

Bisher hat die Hansestadt Hamburg eine Menge guter Rapper hervorgebracht. Nun reiht sich auch die Rap-Crew 187 Strassenbande mit ein, bestehend aus Gzuz und Bonez MC, Maxwell, LX und Sa4 sowie den Sprayern Frost, Track und Produzent Jambeatz. Ihr aktuelles Album „Sampler 3“ schafft es aus dem Stand auf Platz 2 der deutschen Albumcharts. Soundtechnisch präsentieren die Jungs Gangsta- und Streetrap mit G-Funk und Trapbeats-Prisen, der die Festivalzuschauer vor der Crater Stage definitiv überzeugt. Bei aller inhaltlichen Härte zeigen sie sich fan-nah und legen beat-technisch und flow-technisch die Messlatte heute sehr hoch.

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MOTIONLESS IN WHITE

Auf der Engelbert Strauss-Alternastage ist als nächstes die Metalcore-Band „Motionless in White“ aus Pennsylvania (USA) an der Reihe. Bereits seit 2005 gibt es die sechsköpfige Truppe, wenn auch mit mehreren Besetzungswechseln. Auffällig sind die Jungs allein schon durch ihre düstere Erscheinung: ganz in schwarz und jeder von ihnen mit weiß-blass-geschminktem Gesicht und dunklen Augen. Besonders wild präsentieren sich Gitarrist Ricky Olson, der die Haare wirbeln lässt und Bassist Devin Sola, der mit flotte Riffs nur so über die Bühne fegt. Sänger Chris „Motionless“ Cerulli lässt ebenfalls die langen Haare fliegen und erntet lautes Geschrei seiner weiblichen Fans. Das nagelneue Album „Graveyard Shift“ ist seit Anfang Mai 2017 erhältlich.

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BEATSTEAKS

Die Berliner Beatsteaks sind auf Festivals ein Garant für beste Stimmung. Sie gelten in Deutschland als eine der erfolgreichsten Rockbands und sie halten sie immer wieder in den Charts. Sänger Arnim Teutoburg-Weiß geizt nicht mit Fannähe. Mit den ersten Reihen nimmt er immer wieder gern direkten Kontakt auf. Aber auch oben und in den hinteren Reihen hat man immer das Gefühl, als wäre man mittendrin und die Jungs auf der Bühne sind ganz nah. Schon fast traditionell darf später ein Fan auf der Bühne an Arnims Seite am Mikrofon mitsingen. Alle Fans zeigen sich textfest, wenn „Hello Joe“ oder „Gentleman of the Year“ durch die kleine gemütliche Halle dröhnen. Die Beatsteaks sind absolut in Feierlaune und geben alles. Und die Fans natürlich auch, da darf auch mal über die Crowd gesurft werden.

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BONEZ MC & RAF CAMORA

Noch während Bonez MC mit den 187ern in einem Zug Szene und Land übernimmt und RAF Camoras »Ghøst« durch die Top Fünf geistert, ist das Strassenbanden-Oberhaupt und der Indipendenza-Chef schon wieder ganz woanders: unter Palmen, in der Karibik, weiter „Geschichte“ schreiben. Auf YouTube sorgten sie mit „Palmen aus Plastik“ für einen wahren Sturm und das gemeinsame, gleichnamige Album ist ebenfalls schon von Erfolg gekrönt. Bonez und RAF machen Dancehall auf Deutsch endlich cool. Auf der Bühne ergänzt sich das Duo perfekt – RAF Camora, der Wiener-Berliner, als singender Produzent von Reggae-beeinflussten Trap-Brettern – Bonez, dessen Grime-Flows und Hooks an die chattenden Deejays der jamaikanischen Soundsystem-Kultur erinnern. Die beiden Freunde haben da ein wirklich krasses Feature geschaffen.

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BEGINNER

Ein besonderes Highlight ist der fast schon nostalgische Auftritt der Hip-Hop-Legenden Beginner. Ihnen gebührt mit dem Nummer-Eins-Album „Advanced Chemistry“ – dem ersten Studio-Album seit 13 Jahren – das Comeback des Jahres 2016. Während Jan Delay (Eizi Eiz) und Denyo in ihrer Beginner-Pause einige Solo-Alben veröffentlicht haben, arbeitet DJ Mad als Produzent, Videoregisseur und Veranstalter. Mit der Vorab-Singleauskopplung „Ahnma“ brechen die Beginner alle (Chart- und Online-)Rekorde und legen später mit „Es war einmal…“ nochmal nach. Das Hamburger Trio bringt die Menge auf vor der Crater Stage regelrecht zum Ausrasten, denn es gibt neben den neuen Hits auch viele der altbekannten 90er-Jahre Schmankerl wie „Füchse“, „Fäule“, „Liebeslied“ oder „Wer bist’n du?“.

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DIE TOTEN HOSEN

Die Toten Hosen aus Düsseldorf gehören schon traditionell zu Rock am Ring und locken die wohl meisten Zuschauer vor die Hauptbühne. Dass bei ihrem Auftritt wahrlich die Sau rausgelassen wird, ist klar. Campino rockt über die Bühne, springt meterhoch mit gegrätschten Beinen in die Höhe und nimmt ein Bad in der Zuschauermenge. Die Menge wird zum feiernden Chor, der jeden ihrer Songs textsicher mitgröhlt. Für sie ist es das erste Mal Rock am Ring ohne Manager Jochen, der im Januar verstarb. Klassiker wie „Bonnie und Clyde“ aber auch „10 kleine Jägermeister“ werden vom Publikum ordentlich abgefeiert. Leider setzt kurz vor der Show starker Regen ein, der bis zum nächsten Morgen anhalten wird.