Der Donnerstag des Roskilde Festivals 2026 wurde von schwierigen Wetterbedingungen geprägt. Immer wieder zogen kräftige Regenschauer über das Gelände, dazu sorgten stürmische Böen für eine zusätzliche Herausforderung. Die Stimmung blieb dennoch hervorragend. Zwischen Regenponchos, Schlamm und Wind erlebten die Besucher einen musikalisch starken Festivaltag – inklusive eines ungewöhnlichen Zwischenfalls am Abend.
Wir wählten die folgenden Konzerte aus:
Dean Johnson
Dean Johnson eröffnete den Tag mit seinem ruhigen Country-Folk. Seine warme Stimme und die reduzierten Arrangements schufen eine intime Atmosphäre, die gerade im Kontrast zum ungemütlichen Wetter besonders gut funktionierte.
Jalen Ngonda
Jalen Ngonda überzeugte mit klassischem Soul und einer außergewöhnlichen Stimme. Seine stilvolle Performance wirkte zeitlos und zog das Publikum trotz der widrigen Bedingungen schnell in ihren Bann.
Malk de Koijn
Die dänischen Hip-Hop-Legenden, quasi die Fantastischen Vier Dänemarks, eröffneten die Orange Stage mit viel Charme, Wortwitz und Spielfreude. Malk de Koijn bewiesen eindrucksvoll, warum sie auch heute noch Kultstatus genießen.
Napalm Death
Napalm Death lieferten genau das, was man von ihnen erwarten durfte: kompromisslosen Grindcore voller Energie. Die extreme Intensität der Band passte beinahe perfekt zu den stürmischen Wetterverhältnissen.
Little Simz
Little Simz zeigte einmal mehr, warum sie zu den beeindruckendsten Live-Künstlerinnen ihrer Generation zählt. Zwischen kraftvollen Rap-Passagen und emotionalen Momenten präsentierte sie einen der stärksten Auftritte des Tages.
Naïka
Naïka brachte mit ihren Afro-Pop- und Karibik-Einflüssen sommerliche Leichtigkeit auf das Festivalgelände. Ihre positive Ausstrahlung sorgte für einen willkommenen Gegenpol zum grauen Himmel.
Ethel Cain
Ethel Cain schuf eine dichte, beinahe sakrale Atmosphäre. Ihre eindringlichen Songs und die beeindruckende Stimme entfalteten vor der eine besondere Wirkung und machten das Konzert zu einem der emotionalsten des Tages.
Ken Carson
Ken Carson sorgte für ausgelassene Stimmung und viel Bewegung vor der Bühne. Allerdings litt die Show unter ihrer eigenen Inszenierung: Dichte Rauchschwaden und permanente Flammeneffekte dominierten das Bühnenbild derart, dass der Künstler über weite Strecken kaum zu erkennen war.
Gorillaz
Der Headliner des Abends bot ein spektakuläres Konzert mit einer gelungenen Mischung aus Klassikern und neuerem Material. Damon Albarn führte gewohnt charismatisch durch den Abend und verwandelte die Orange Stage trotz Wind und Regen in eine große Open-Air-Party.
Für Diskussionen sorgte allerdings das parallel stattfindende Konzert von Uncle Acid & the Deadbeats. Nach Angaben der Band soll eine Beschwerde von Albarn über die Lautstärke des Nachbarkonzerts zu dessen vorzeitigem Abbruch beigetragen haben. Das Festival verwies dagegen auf die schwierigen Wetterbedingungen und technische Probleme.
Lykke Li
Den stimmungsvollen Abschluss des Tages lieferte Lykke Li. Ihre melancholischen Popsongs passten perfekt zur nächtlichen, regennassen Festivalatmosphäre und sorgten für einen emotionalen Ausklang.