Der Freitag beim Hellfest in Clisson stand ganz im Zeichen extremer Bedingungen: Bei Temperaturen von bis zu 38 Grad verwandelte sich das Festivalgelände in einen glühenden Hexenkessel, in dem selbst der Schatten zur Mangelware wurde. Trotzdem ließen sich die Fans die Stimmung nicht verderben und feierten die Bands mit beeindruckender Ausdauer.
Freitag
Brothers of Metal eröffneten auf der Mainstage 2 den Tag mit einer gehörigen Portion Power Metal und nordischer Epik. Trotz der brütenden Mittagshitze sorgten die Schweden für zahlreiche singende Fäuste in der Luft und bewiesen, dass Hymnen über Götter und Schlachten auch bei sengender Sonne funktionieren.
Auf der Warzone-Bühne brachten Die Spitz anschließend eine rohe Mischung aus Punk und Alternative Rock auf die Bretter. Die energiegeladene Performance passte perfekt zur staubigen, heißen Atmosphäre und lockte viele neugierige Festivalbesucher an, die sich von der kompromisslosen Bühnenpräsenz mitreißen ließen.
Am Abend lieferten Opeth eine beeindruckende Demonstration ihres progressiven Death Metal. Zwischen technischen Meisterleistungen, atmosphärischen Passagen und der markanten Stimme von Mikael Åkerfeldt bot die Band einen der musikalisch anspruchsvollsten Auftritte des Tages und sorgte für einen willkommenen Kontrast zum sonstigen Hochgeschwindigkeitsprogramm.
Malevolence verwandelten die Warzone schließlich in ein einziges Tollhaus. Mit ihrer Mischung aus Hardcore und Metal walzten die Briten über das Publikum hinweg, während Circle Pits und Moshpits selbst die letzten Energiereserven der vom Hitzetag gezeichneten Fans mobilisierten. Trotz der unerträglichen Temperaturen gehörte ihr Auftritt zweifellos zu den intensivsten Momenten des Freitags.
Samstag
Der Samstag beim Hellfest 2026 in Clisson verlangte Besuchern und Bands gleichermaßen alles ab. Bei Temperaturen bis 40 Grad wurde das Festivalgelände zu einem staubigen Backofen, in dem jede Bewegung zur schweißtreibenden Herausforderung wurde. Dennoch ließen sich die Fans die Stimmung nicht verderben und feierten von der ersten bis zur letzten Minute. Die extreme Wetterlage blieb jedoch das dominierende Gesprächsthema des Tages und führte schließlich auch zu unserer Entscheidung, das Festival vorzeitig zu verlassen, da für Sonntag sogar Temperaturen von deutlich über 40 Grad prognostiziert waren.
Den Auftakt unseres Tages machten PigsPigsPigsPigsPigsPigsPigs, die mit ihrem schweren Stoner- und Doom-Sound eine gewaltige Klangwand errichteten. Die Briten lieferten eine intensive Performance ab, deren hypnotische Riffs perfekt mit der flirrenden Hitze harmonierten. Trotz der frühen Spielzeit zog die Band zahlreiche Zuschauer an und bewies eindrucksvoll, warum sie sich in den vergangenen Jahren einen exzellenten Live-Ruf erspielt hat.
Unser persönliches Highlight des gesamten Festivals waren jedoch Trash Talk. Die Kalifornier verwandelten nicht nur Bühne sondern vor allem das gesamte Areal in ein einziges Chaos aus Hardcore-Energie, Stage-Dives und ungebremster Intensität. Sänger Lee Spielman wirbelte unaufhörlich durch das Publikum und riss Alle von der ersten Sekunde an mit. Die security hatte alle Hände voll zu tun. Selbst die unerträgliche Hitze schien für die Dauer des Auftritts vergessen – ein kompromissloses Hardcore-Statement, das uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Die Hardcore-Legenden von Cro-Mags knüpften nahtlos an diese Energie an. Mit Klassikern aus ihrer langen Karriere lieferten sie einen authentischen und kraftvollen Auftritt, der besonders die älteren Szene-Fans begeisterte. Die Mischung aus New Yorker Härte, Groove und Attitüde funktionierte auch Jahrzehnte nach Bandgründung noch hervorragend.
Anthrax bewiesen einmal mehr, warum sie zu den „Big Four“ des Thrash Metal gehören. Mit ungebrochener Spielfreude und einer Setlist voller Klassiker sorgten Scott Ian und seine Mitstreiter für ausgelassene Stimmung vor der Mainstage. Trotz sengender Sonne ließ sich das Publikum zu zahlreichen Singalongs und Moshpits hinreißen.
A Perfect Circle setzten anschließend einen atmosphärischen Gegenpol zum sonst eher aggressiven Tagesprogramm. Die Band präsentierte ihren charakteristischen Mix aus Alternative Rock und melancholischer Klangästhetik mit beeindruckender Präzision. Gerade in den Abendstunden entfalteten die Songs ihre besondere Wirkung und sorgten für einen der emotionalsten Momente des Tages.
Megadeth, deren Auftritt wir uns von Ferne anschauen und die Feuershow auf dem Gelände genießen, lieferten eine technisch beeindruckende Vorstellung ab. Dave Mustaine und seine Band präsentierten die bekannten Thrash-Metal-Klassiker mit beeindruckender Routine und Präzision. Vor der Hauptbühne versammelten sich Tausende Fans, die jede Gelegenheit nutzten, um die ikonischen Riffs lautstark mitzusingen.
Carcass überzeugten mit einer kompromisslosen Mischung aus Death Metal und Grindcore. Die Briten präsentierten sich in hervorragender Form und sorgten mit ihrer brutalen, aber zugleich präzisen Darbietung für eines der härtesten Sets des gesamten Wochenendes. Die drückende Hitze machte den Auftritt nicht weniger intensiv – im Gegenteil.
Bei Limp Bizkit war der Andrang schließlich extrem groß, das Fotografieren im Bühnengraben nur wenigen Fotografen vorbehalten. Unsere Bilder entstanden ausschließlich aus dem Publikum heraus. Fred Durst und seine Band lieferten eine unterhaltsame Show voller Hits, die generationsübergreifend gefeiert wurden und die Menge noch einmal in Bewegung brachten.
Den Abschluss unseres Hellfest-2026 bildet Hatebreed. Die US-Hardcore-Institution zeigte sich gewohnt kompromisslos und feuerte eine Hymne nach der anderen ins Publikum. Frontmann Jamey Jasta motivierte die Fans trotz der extremen Bedingungen unermüdlich, wodurch ein würdiger Schlusspunkt unter einen außergewöhnlichen Festivaltag gesetzt wurde.
Die extremen Wetterbedingungen überschatteten für uns jedoch zunehmend das Festivalgeschehen. Für den Sonntag wurden Temperaturen von über 40 Grad erwartet und stellten sich dann auch ein. Gemessen wurden am Sonntag 44 Grad, weshalb das Festivalmanagement zwischenzeitlich sogar über einen Abbruch der Veranstaltung nachgedacht haben soll. Letztlich entschied man sich stattdessen für verschiedene Sicherheitsmaßnahmen und eine Begrenzung des Alkoholausschanks. Für uns war die Prognose dennoch Anlass genug, die Heimreise früher anzutreten – schweren Herzens, aber mit Blick auf Gesundheit und Sicherheit die einzig vernünftige Entscheidung.